Einleitung und Branchenkontext
Der neue staatliche Tarifvertrag für den privaten Sicherheitssektor 2027–2030 stellt einen Wendepunkt für eine Branche dar, die in Spanien mehr als 80.000 Fachkräfte beschäftigt. Das Dokument, das das Ergebnis eines komplexen Verhandlungsprozesses zwischen Arbeitgeberverbänden (APROSER, ASECOPS und FES) und den größten Gewerkschaften (UGT, CCOO und USO) ist, zielt darauf ab, der Branche Rechtssicherheit, wirtschaftliche Planungssicherheit und eine Modernisierung der Arbeitsabläufe zu verschaffen.
Im Text selbst wird betont, dass die Vereinbarung geschaffen wurde, um einen mehrjährigen Rechtsrahmen zu bieten, der den Veränderungen durch die neuen Anforderungen der Branche vorauseilt und der Branche die notwendige Stabilität verleiht.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Kostenstruktur
Lohnerhöhungen 2027–2030
Der Tarifvertrag sieht folgende Lohnerhöhungen vor:
| JAHR | ERHÖHUNG |
| 2027 | 3,5% |
| 2028 | 4% |
| 2029 | 4% |
| 2030 | 4,5% |
Es wird eine an den Verbraucherpreisindex gekoppelte Schutzklausel mit einer Obergrenze von 2 % eingeführt, die sicherstellt, dass die Löhne in Zeiten der Inflation nicht an Kaufkraft verlieren.
Sonstige strukturelle Kosten
In der Vereinbarung wird ausdrücklich anerkannt:
- Jährliche Erhöhung um ca. 1 % aufgrund von Betriebszugehörigkeit und Fehlzeiten.
- Anstieg der Sozialbeiträge um mehr als 0,5 % während der Laufzeit.
- Garantierte Bezahlung der vorgeschriebenen Ausbildungszeit, einschließlich Schießübungen.
Diese Variablen müssen in die Kostenmodelle und in die Angebote an Kunden einfließen, insbesondere bei öffentlichen Aufträgen.
Soziale und organisatorische Maßnahmen mit Auswirkungen auf das Unternehmen
Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie operative Planbarkeit
Die Vereinbarung führt Verbesserungen ein, die sich unmittelbar auf die Dienstleistungsplanung auswirken:
- Vorzeitige Einreichung der Monats- und Jahrespläne; hiermit wird festgelegt, dass die Pläne früher einzureichen sind (im Falle des Jahresplans konkret einen Monat im Voraus).
- Schrittweise Ausweitung der freigenommenen Wochenenden (Ergänzung des derzeitigen Systems um jeweils ein weiteres freigenommenes Wochenende im Jahr 2027, zwei im Jahr 2028 und drei ab 2029).
- Verbesserung der Ruhezeiten an Heiligabend und Silvester, einschließlich der Tagesschicht am folgenden Tag.
- Klarere Regelungen für Genehmigungen und Lizenzen.
Diese Maßnahmen tragen zur Stabilität der Belegschaft bei und verringern die Fluktuation, erfordern jedoch von den Unternehmen eine bessere operative Planungsfähigkeit.
Digitale Abschaltung
Das Recht auf digitale Auszeit wird gestärkt, indem Richtlinien festgelegt werden, die den Kontakt außerhalb der Arbeitszeit einschränken.
Dies macht eine Überprüfung der internen Kommunikationsabläufe erforderlich, insbesondere in Bereichen mit hoher operativer Variabilität.
Strukturelle und strategische Aspekte
Teilzeitrente und Entlastungsvertrag
Die Vereinbarung knüpft die Altersteilzeit an Maßnahmen zur Verringerung von Fehlzeiten und zur Generationserneuerung.
Das bedeutet:
- Notwendigkeit, Vertretungen und Ablösungen zu planen.
- Eine Gelegenheit, die Belegschaft zu verjüngen und die Qualifikationen an neue Technologien anzupassen.
Modernisierung des Sektors
Die Branchenbeobachtungsstelle wird beauftragt, folgende Aufgaben zu übernehmen:
- Neue Berufsgruppen im Technologiebereich.
- Untersuchung der Kürzungskoeffizienten bei vorzeitigem Ruhestand.
- Anpassung der Vorschriften für den privaten Sicherheitsdienst an das 21. Jahrhundert.
Indem man der Vorausschau auf den Wandel angesichts eines Modells des privaten Sicherheitssektors, das viel stärker mit dem technologischen Bereich verknüpft ist, die gebührende Bedeutung beimisst.
Öffentliches Auftragswesen
Die Vereinbarung bekräftigt die Forderung, dass die öffentlichen Verwaltungen:
- Bitte überprüfen Sie, ob die Angebote die tatsächlichen Lohnkosten decken.
- Lehnen Sie ungewöhnlich niedrige Angebote ab.
- Fordern Sie die vollständige Einhaltung des Tarifvertrags.
Dies schützt gesetzestreue Unternehmen und verringert unlauteren Wettbewerb aufgrund unrealistischer Preise, was zu einer sozial verantwortlichen öffentlichen Auftragsvergabe führt.
Schlussfolgerungen für die Unternehmensleitung
Das Abkommen 2026–2030 bietet einen strengeren, aber auch stabileren Rahmen. Für die Unternehmen der Branche bedeutet dies:
Chancen
- Mehr regulatorische Stabilität für die Planung mittelfristiger Verträge.
- Eindämmung des unlauteren Wettbewerbs bei Ausschreibungen.
- Motiviertere und professionelleres Personal.
- Förderung der technologischen Modernisierung.
Herausforderungen
- Anhaltender Anstieg der Arbeitskosten.
- Notwendigkeit, die operative Planung zu verstärken.
- Anpassung der Managementsysteme an neue Anforderungen (digitale Abschaltung, Schaltpläne, Genehmigungen).
- Aktives Management des Generationswechsels.
Insgesamt sorgt die Vereinbarung für eine professionellere, stärker regulierte Branche mit höheren Qualitätsanforderungen, was Unternehmen zugutekommt, die auf operative Exzellenz und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften setzen.

